Shen kann als „Geist“ oder „Verstand“ übersetzt werden und impliziert unser Bewusstsein, unsere geistigen Funktionen, unsere psychische Gesundheit, unsere Vitalität und unsere „Präsenz“.
Shen wohnt im Herzen, wo es sich nachts zum Schlafen zurückzieht. Wenn der Shen gestört ist, kann dies zu Schlaflosigkeit führen. Es wird speziell gesagt, dass Shen in den Blutgefäßen (Teil des Herzsystems) wohnt und vom Blut genährt wird. In der TCM-Pathologie kann daher ein Blutmangel versagen, den Shen zu nähren. Alternativ kann Hitze (verschiedener Organe) den Shen stören.
Der Zustand des Shen soll in den Augen sichtbar sein. Gesunder Shen erzeugt helle, leuchtende Augen mit Vitalität. Gestörter Shen erzeugt trübe Augen, die so aussehen, als läge ein Vorhang vor ihnen – als wäre niemand dahinter. Oft bei Menschen mit langfristigen emotionalen Problemen oder nach schwerem Schock (auch einem Schock, der lange zurückliegt) zu sehen.
Gesunder Shen hängt von der Stärke der Essenz (gespeichert in den Nieren) und Qi (produziert von Milz und Magen) ab. Somit ist Shen vom pränatalen Jing und dem postnatalen Jing abhängig. Wenn Essenz und Qi gesund sind, wird der Shen genährt. Wie oben erwähnt, wohnt Shen in den Blutgefäßen, Teil des Herzsystems in der TCM. Blut ist in der TCM eng mit Qi verbunden und wird aus dem postnatalen Jing gebildet, das aus Nahrung und Flüssigkeiten stammt, daher erfolgt die Blutbildung gleichzeitig mit der Bildung von Qi.
Jing, Qi und Shen sind die „drei Schätze“ in der TCM. Sie repräsentieren drei verschiedene Zustände der Kondensation von Qi, von Jing (flüssiger, materieller) bis Qi, verdünnter, und Shen, noch verdünnter und immateriell.
| Diese Triade entspricht Herz, Magen/Milz und Nieren. | ||
| SHEN | HERZ | HIMMEL |
| QI | MAGEN/MILZ | MENSCH |
| JING | NIEREN | ERDE |